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Atemschutz

Vor 200 Jahren, als es noch keine Feuerwehren gab, wurden in manchen Städten ganze Stadtteile und auf dem Land ganze Höfe in Schutt und Asche gelegt. Damals war ein wirkungsvolles Bekämpfen eines Brandes fast unmöglich, da nur unausgebildetes Personal und unzureichende Technik zur Verfügung stand. Anfang des 20. Jahrhunderts machten sich die neu gegründeten Feuerwehren immer mehr Gedanken, wie und mit welchen Gerätschaften am Besten ein Brand wirkungsvoll bekämpft werden könne. Im Laufe der Zeit entwickelten sich daraus verschiedene Taktiken und Geräte. Ein Ergebnis dieser Entwicklung ist der Bereich Atemschutz.

Atemschutz ist aufgrund vieler Faktoren eine feste Säule im Bereich der Feuerwehr geworden. Beispiele hierfür sind die Chemische oder Kunststoffprodukte, die aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Sie machen das Tragen von Atemschutzgeräten z. B. aufgrund der Entstehung giftiger Gase erforderlich, um ein wirkungsvolles Eingreifen der Feuerwehr in einem Schadensfall zu sichern.

Bei nahezu allen Brandeinsätzen wird von den Einsatzkräften Atemschutz getragen, da es kaum noch Brände gibt, bei denen keine gefährlichen Brandgase freigesetzt werden. Man unterscheidet hier in: Umluft abhängigen und Umluft unabhängigen Atemschutz.

 

Umluft unabhängiger Atemschutz

Beim Umluft unabhängigem Atemschutz handelt es sich in der Regel um Atemschutzgeräte, die ihren Luftvorrat aus Atemluftflaschen beziehen und somit von der Umluft unabhängig sind. Die Atemluftflaschen werden mit speziellen Kompressoren befüllt. Diese Kompressoren unterliegen einer ständigen Kontrolle und verfügen über spezielle Filter um die Luft trocken und frei von öl und Schmutz aufzubereiten.

Die Atemluftflaschen gibt es in den Ausführungen: Stahl, Leichtmetall und CFK und werden mit 200 bzw. 300 bar befüllt. Die Einsatzdauer eines Atemschutzgerätes ist stark von der Belastung des Atemschutzgeräteträgers während des Einsatzes sowie der verwendeten Geräteart abhängig.

Es gibt Atemschutzgeräte mit zwei bzw. einer Flasche. Der Luftvorrat berechnet sich aus Flaschenvolumen x Fülldruck.

Beispiel.: 2 x 4l Volumen x 200 bar Fülldruck ergibt eine Luftmenge von 1600l Luft. Geht man von einem durchschnittlichen Luftverbrauch von 70l/min. aus, so ergibt dies eine theoretische Einsatzdauer von ca. 22 Min. Da Sicherheitsreserven für den Rückzug und evtl. Notfälle eingerechnet werden müssen, reduziert sich die Einsatzdauer erheblich.

Mittlerweile gibt es 300 bar Geräte mit einem Luftvorrat von bis zu 4000l. Dies verlängert die theoretische Einsatzdauer erheblich. Doch muss man bedenken, dass es nicht möglich ist, unter größter physischer und psychischer Belastung, 60 Min. lang eine Brandbekämpfung vorzunehmen. Die Belastung - auch wegen des enormen Flüssigkeitsverlustes - wäre hier viel zu groß.

Das Verbindungsstück zwischen Atemschutzgerät (Atemluft) und dem menschlichen Körper ist die Atemschutzmaske. Die Atemschutzmaske verhindert, dass giftige Brandgase eingeatmet werden können. Absolute Dichtigkeit ist hier unabdingbar.

Funktionsweise eines Atemschutzgerätes: Die unter hohem Druck mitgeführte Atemluft wird mittels Druckminderer auf ca. 5 bar reduziert und gelangt über einen Schlauch zum "Lungenautomaten". Dieser Lungenautomat wird an der Atemschutzmaske angeschraubt. Ein Mechanismus im Inneren des Lungenautomaten verhindert ein permanentes Nachströmen der Atemluft. Beim Einatmen entsteht in der Atemschutzmaske ein Unterdruck. Hierdurch kann Atemluft nachströmen und gelangt über die Atemschutzmaske in die Lunge. Die verbrauchte Ausatemluft gelangt über das Ausatemluftventil der Maske nach draußen.

 

Atemschutzüberwachung

Die Atemschutzüberwachung dient zur Sicherheit der Atemschutzgeräteträger. Bei allen AtemschutztueberwachungAtemschutzeinsätzen, bei denen kein Sichtkontakt mehr von außen zu den eingesetzten Atemschutzgeräteträgern besteht, wird die Atemschutzüberwachung eingesetzt. Jeder Atemschutzgeräteträger registriert sich bei der Atemschutzüberwachung. Die Aufgabe der Atemschutzüberwachung übernimmt ein erfahrener Feuerwehrmann. In Abhängigkeit der Geräteart, ergibt sich eine unterschiedliche max. Einsatzdauer. Die max. Einsatzdauer wird mittels einer Uhr überwacht. In bestimmten Intervallen ertönt ein Signalton. Spätestens dann erfragt die Atemschutzüberwachung eine Rückmeldung des Atemschutztrupps und fordert diesen, falls erforderlich, zum rechtzeitigen Rückzug auf.

Ein weiterer, die Einsatzdauer beeinflussender Faktor, ist die Zeit, die ein Trupp benötigt hat, bis er an der Einsatzstelle angelangt ist. Aus Sicherheitsgründen rechnet man für den Rückzug die doppelte Zeit ein. Dies wiederum verkürzt die tatsächlich max. Einsatzdauer erheblich. Für die Einhaltung bzw. die Überwachung dieser Zeiten ist die Atemschutzüberwachung ebenfalls mitverantwortlich.

 

 

Pressluftatmer

Der Pressluftatmer versorgt in Kombination mit einer Atemschutzmaske den Feuerwehrmann mit Atemschutzgeraetfrischer Atemluft aus einer am Tragegestell befestigten Pressluftflasche.
Das gerät wird auf den Rücken geschnallt und durch mehrere Bebänderungen gesichert.
Durch den Druckminderer und den Lungenautomat wird die Luft kontrolliert an den Träger abgegeben.

Der Pressluftatmer wird überall dort eingesetzt wo umluftunabhängiger Atemschutz getragen werden muss.
Hauptsächlich bei Brandeinsätzen, aber auch beim Tragen von CSA-Anzügen oder atomaren Gefahren.

Ein Pressluftatmer besteht aus folgenden Komponenten:

  • Tragegestell mit Hüftgurt - sicheres und komfortables Tragen auf längere zeit.
  • Lungenautomat - dafür, dass die Atemluft kontrolliert aus den Flaschen abgegeben wird.
  • Druckminderer mit Warneinrichtung - Beim fall unter 55 bar Flaschendruck ertönt ein Warnsignal.
  • Wasserdicht gekapseltes und stoßfestes Manometer zur Druckanzeige.
  • Mitteldruckleitung zwischen Druckminderer und Lungenautomat


Je nach körperlicher Belastung kann eine Einsatzzeit von 20 bis 30 Minuten erreicht werden.

 

 

Atemschutzmaske

Die Maske kann in Verbindung mit einem Atemfilter (Umluftabhängig) oder einem Atenmschutz Ausstattungumluftunabhängigem Pressluftatmer getragen werden.
Sie bedeckt das ganze Gesicht des Trägers um ihn vor gefährlichen Stoffen in der Umgebungsluft zu schützen (Rauchgase, Stäube, Dämpfe etc.).

Die Masken werden zusammen mit einer Flammschutzhaube in einem Tragebehälter aufbewahrt. Jeder Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Bremervörde ist mit solch einem Tragebehäter ausgerüstet. Die Feuerwehr Bremervörde verwendet ausschließlich Überdruckmasken beim Einsatz von Pressluftatmern.

Eine Atemschutzmaske besteht aus folgenden Komponenten:

  • Maskenkörper aus einer bestimmten Gummimischung hergestellt.
  • Anschlussstück mit Einatemventil - Zum Anschluss für den Lungenautomaten oder für Filtergerät
  • Ausatemventilendruck
  • Sichtscheibe
  • Bebänderung und Trageriemen
  • Sprechmembran - optional auch mit Anschluss für ein Funkgerät
  • Innenmaske mit Steuerventilen


Für Brillenträger gibt es eigene Maskenbrillen mit einer speziellen Halterung für Brillen.
Trägern eines Kinn- oder Backenbarts ist das Tragen von Atemschutzmasken verboten, da es zu Undichtigkeiten am Maskenrand kommen kann.

 

 

 

Totmannmelder

Der Totmannmelder ist ein kleines elektronisches Gerät, ungefähr so groß wie eine TotmanmelderZigarettenschachtel. Diese Totmannmelder sind an jedem der 19 Atemschutzgeräten der Feuerwehr Bremervörde angebracht.

 

Zu Beginn des Einsatzes wird der Totmannmelder durch Abgeben des Schlüssels bei der Atemschutzüberwachung scharf geschaltet. Von diesem Zeitpunkt an registriert er die Bewegungen des Atemschutzträgers.
Bewegt sich der PA-Träger längere Zeit (ca. 30 Sekunden) nicht, wird er durch einen kurzen Voralarm gewarnt. Reagiert er nicht auf diesen, löst der Totmannmelder aus und gibt ein akustisches Signal (>100 dB) ab.
Das Finden und Retten von verunfallten Atemschutzgeräteträgern durch
den Sicherungstrupp wird hierdurch in verrauchten Räumen wird wesentlich vereinfacht.