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Ausrüstung des Trupps

Vielen Menschen ist es schon passiert: Mitten in der Nacht Lärm auf der Straße, Blaulicht blitzt durch die Nacht und es klingelt plötzlich bei Ihnen an der Tür. Vor der Tür stehen Feuerwehrleute mit Masken vor dem Gesicht und vollgepackt mit allerhand Ausrüstung und fordern Sie auf ihre Wohnung schnellsten zu verlassen, weil die Wohnung des Nachbarn stark verqualmt ist. Diese freundlichen Feuerwehrleute sind vom sogenannten Angrifftrupp.

Der Angriffstrupp besteht aus 2 oder 3 Personen und geht in der Regel als Erstes in ein Gebäude vor, um Menschen zu retten oder eine Brandbekämpfung durchzuführen. Doch jedes Gebäude ist anders und überall lauern verschiedene Gefahren. Aus diesem Grund ist der Angriffstrupp bei der Ortsfeuerwehr Bremervörde mit viel zusätzlichem Werkzeug ausgerüstet, um auf möglichst viele Situationen reagieren zu können. Einige Ausrüstungsgegenstände möchten wir hier einmal vorstellen.

 

Hohlstrahlrohr

Hohlstrahlrohre (Abkürzung: HSR) sind Armaturen der Feuerwehr zur Löschmittelabgabe (Wasser oder Wasser/Hohlstrahlrohr C Schaum-Gemische), die neben den Sonderstrahlrohren, Mehrzweckstrahlrohren und Schaumstrahlrohren verwendet werden.

HSR sind speziell auf den Innenan­griff aus­gelegte Strahlrohre, welche sich beson­ders gut eignen, einen Wassers­paren­den und trotz­dem effek­tiven Löschangriff durchzuführen. Dies liegt unter anderem auch daran, dass die abzugebende Wasser­menge leicht reg­ulier­bar ist. So kön­nen Wasser­schä­den in Gebäu­den ger­ing gehal­ten und das Feuer den­noch effizient bekämpft wer­den.

Bei Hohlstrahlrohren wird das Wasser durch eine ringförmige Düse geleitet, so dass ein hohler Wasserstrahl entsteht, der jedoch durch bestimmte Techniken wie einen festen oder rotierenden Zahnkranz mit Tropfen gefüllt werden kann, was eine bessere Wasserverteilung und somit auch eine wirkungsvollere Rauchgaskühlung zulässt. Ein Vollstrahl aus einer solchen Ringstrahldüse ist stabiler (geringeres Ausregnen) als ein herkömmlicher Vollstrahl und erreicht eine höhere Wurfweite. Es kann damit außerdem stufenlos ein Sprühkegel von teilweise bis über 120 Grad erreicht werden.

 

 

Schlauch­tragekorb

 

Sie helfen den vorgehenden Trupps schneller, mehr Schlauchmaterial zu transportieren. Je Schlauchtragekorbnach Größe des Schlauchtragekorbs passen bis zu 45m C - Schlauch in einen Schlauchtragekorb.

 

Bei Gebrauch schließt ein Feuerwehrmann die oberste Kupplung, zum Beispiel an einen Verteiler an, und läuft anschließend mit dem Schlauchtragekorb davon. Ein einzelner Feuerwehrmann kann bis zu zwei Schlauchtragekörbe gleichzeitig vornehmen und so maximal 90m Schlauchleitung verlegen. 

Aufgrund der schmalen Form und Kompaktheit eines Schlauchtragekorbes, ist ein Feuerwehrmann mit diesem deutlich mobiler als mit einer Schlauchhaspel, was besonders in schmalen Treppenhäusern o. ä. von Vorteil ist.

 

 

 

T-N-T Tool

 

Das TNT-Tool wurde als sogenannte Crash-Axt in den USA entwickelt. Das Werkzeug soll bei TNT ToolGroßschadenslagen möglichst alle wichtigen Funktionen eines größeren Rettungswerkzeugsatzes erfüllen, dabei aber gut mitzuführen sein, sicher zu bedienen und natürlich auch robust.

 

Selbstverständlich kann ein einzelnes Kombinationswerkzeug nicht in allen Bereichen so optimal aufgebaut sein wie ein spezifisches Gerät. Die Idee, bei einem Gewicht von ca. 6kg gleichzeitig Axt, Vorschlaghammer, Fäustel und Meißel, Brechstange und Einreißhaken mit sich führen und mit einer Hand tragen zu können ist sicherlich überzeugend.

 

 

Fluchthaube

 

Per­so­nen, die im Bran­drauch eingeschlossen sind, wer­den natür­lich von der Feuer­wehr gerettet fluchthaube1und in Sicher­heit gebracht. Wenn die Per­so­nen aufge­fun­den wer­den und die Ret­tung nur durch ver­rauchte Bere­iche möglich ist, bekom­men sie eine Fluchthaube aufge­setzt.

Diese Kopfhauben sind aus schw­er­ent­flamm­barem Kunst­stoff gefer­tigt und ver­fü­gen über ein Sicht­fen­ster. In die Haube ist ein Fil­ter inte­gri­ert, der die gifti­gen Gase, die im Bran­drauch enthal­ten sind, her­aus­fil­tert, so dass die zu ret­tende Per­son gere­inigte Luft atmen kann. Eine solche Fluchthaube kann je nach Rauchdichte für ca. 15min einge­setzt wer­den.

Es gibt noch eine weit­ere Vari­ante der Fluchthaube. Diese Hauben haben keinen inte­gri­erten Fil­ter, son­dern sind mit einem Ate­man­schluss aus­ges­tat­tet. Die Haube der zu ret­ten­den Per­son wird über einen Luftschlauch an den Press­luftat­mer der Ein­satzkraft angeschlossen und bekommt dann saubere Luft zum Atmen aus der Atem­luft­flasche des Atem­schutzgeräteträgers. Dieses Ret­tungssys­tem setzt jedoch voraus, dass der vorge­hende Trupp noch genü­gend Luft in der Flasche hat, um trotz des erhöhten Ver­brauchs den Rück­weg sicher antreten zu kön­nen.

 

 

Rettungstasche

Gerät ein Atemschutzgeräteräger in einer Notsituation, aus welcher er sich weder selbst, noch Sicher taschemit Hilfe seines Truppmitgliedes befreien kann, so kommte der Sicherheitstrupp zum Einsatz. Dieser begibt sich sofort zum verunfallten Kamerade. Mit dabei ist auch die Sicherheitstrupptasche. Sollte der Atemluftvorrat des verunfallten zur Neige gehen, kann durch das mitgebrachte Gerät dem Luftmangel Abhilfe geleistet werden. Für einen sicheren Umgang mit dieser Zusatzausrüstung üben die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Bremervörde mehrmals jährlich den Umgang mit der Rettungsstasche und den mitgeführten Utensilien.

 

 

 

 

 

Mobiler Rauchver­schluss

Kleine Brände - große Schäden. Oft ist in den Medien heute davon zu hören, dass teils enorm Rauchverschlusshohe Schäden durch sehr kleine Brände verursacht oder viele Menschen gefährdet wurden. Ursache ist hier meist nicht das Feuer an sich, sondern der Brandrauch. Vor allem bei Zimmer- und Wohnungsbränden ist der Schaden, der durch die Ausbreitung von Rauch verursacht wird, oftmals größer als die Brandschäden.

Hier setzt nun der mobile Rauchverschluss an. Dieser wird ähnlich einem Vorhang im Zugang zum Brandraum (z.B. Zimmertür) verspannt und verhindert so die Ausbreitung des Rauches in andere Wohnräume. Zugleich bleibt der Zugang zum Brandherd weiterhin möglich, so dass eine Brandbekämpfung durch die Feuerwehr weiter erfolgen kann.

Gefer­tigt ist der mobile Rauchver­schluss aus einem feuer­festen Tuch, das auf einem ausklapp­baren Met­all­rah­men befes­tigt ist.

 

 

 

 

Feuer­wehrleine

Die Feuerwehrleine ist 30 Meter lang und hat einen Durchmesser von 1cm. Die Farbe der LeineFeuerwehrleine ist weiß. Sollte sie rot sein, handelt es sich um eine ausgemusterte Feuerwehrleine, die nun als Mehrzweckleine verwendet wird.

Die Feuerwehrleine wird beispielsweise zur Absicherung des Trupps beim Innenangriff verwendet. Dabei wird die Leine im Freien an einem festen Gegenstand befestigt und aus dem Leinenbeutel nachgeführt. Sollte ein Raum verraucht sein, ist die Leine neben dem Schlauch eventuell der rettende Wegweiser ins Freie.

Andere Möglichkeiten sind die Rettung von Menschen, die Selbstrettung oder aber das Sichern von Geräten.

 

 

 

 

Wärmebildkamera

Wärmebildkameras erzeugen aus der Wärmestrahlung, die von Objekten abgestrahlt wird, ein WaermebildkameraBild. Wärmestrahlen sind immer da, es macht keinen Unterschied, ob Tag oder Nacht ist und ob die Umgebung verraucht ist oder es nebelig ist, denn Wärmestrahlen durchdringen Rauch und Nebel. Dadurch kann man mit Wärmebildkameras auch in verrauchten Bereichen und bei absoluter Dunkelheit gucken, was im Feuerwehreinsatz ein immenser Vorteil ist.

 

Auch das Auffinden von Wärmequellen wie Brandnestern oder Menschen wird durch eine Wärmebildkamera enorm vereinfacht, da diese den Temperaturunterschied anzeigt und dadurch Wärmequellen recht deutlich sichtbar werden, je nachdem wie das Verhältnis der Umgebungstemperatur zur Wärmequelle ist.