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Sicher Grillen

Grillen gehört im Sommer zu den beliebtesten Freizeitvergnügen.

Doch die Lust auf Bratwürste und saftige Steaks besitzt leider auch eine Schattenseite. Immer wieder kommt es zu Grillunfällen, die besonders Kinder treffen.
Mit den ersten sommerlich warmen Tagen beginnt die Grillsaison im Freien. Jedes Jahr passieren jedoch leider mehrere tausend Grillunfälle durch leichtsinniges und unsachgemäßes Hantieren beim Grillen.

Vor allem Kinder, die in der Nähe des Grillfeuers spielen, trifft das Unglück. Viele Fachleute befürchteten, dass Notärzte auch in diesem Jahr wieder mehrere hundert kleine Patienten mit schwersten Verbrennungen in Spezialkliniken bringen.

Bonn, 25. April 2012: Kaum ist die Sonne da, beginnt die Grillsaison und damit leider auch die Zeit der Grillunfälle mit Brandbeschleunigern. Damit es nicht zu einem Unfall kommt, geben Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. und die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. Tipps zum sicheren Grillen.
Zum Anzünden eines Grillfeuers oder um das Feuer schneller in Gang zu bringen, sollte man niemals Brandbeschleuniger wie Spiritus verwenden. „Gefährliche Verpuffungen mit meterhohen Flammenwänden, ebenso wie Rückzündungen sind die Folge, wenn man Spiritus oder andere Brandbeschleuniger auf zu langsam brennende Grillholzkohle gießt – mit verhängnisvollen Folgen für alle umstehenden Personen“, berichtet Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen e.V.
„Die Gefahr, die von Brandbeschleunigern ausgeht, wird immer noch viel zu häufig unterschätzt“, weiß Martina Abel, Geschäftsführerin der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. „Den Grill mit Spiritus anzufeuern ist nicht nur leichtsinnig, sondern auch grob fahrlässig. Ein Grillunfall mit Brandbeschleunigern wie Spiritus ist zu hundert Prozent vermeidbar!“

Bild: Paulinchen e.V.

paulinchen

 

 

 

Häufigste Ursache schwerer Verletzungen sind Explosionen oder Verpuffungen, die beim Versuch entstehen, Grillkohle mit brennbarer Flüssigkeit – Spiritus oder gar Benzin – anzuheizen. Viele Erwachsene unterschätzen die Gefahr, die von diesen Brandbeschleunigern ausgeht. Die auftretende Stichflamme trifft den Verursacher oder Unbeteiligte, die sich in der Nähe des Grills aufhalten.


Die brennende Flüssigkeit zerstört alle Schichten der Haut. Es kommt zu tiefgradigen Verbrennungen, die oft eine Vielzahl an Hautverpflanzungen notwendig macht. Trotz aller Bemühungen von Ärzten und Pflegepersonal in den Spezialkliniken bleiben oft lebenslang entstellende Narben.

In einer neuen Studie wurden 50 Grillunfälle ausgewertet, deren Opfer in den vergangenen elf Jahren auf der Brandverletztenstation der Medizinische Hochschule Hannover (MHH) behandelt worden waren. Bei den elf Frauen und 39 Männern waren im Durchschnitt 21 Prozent der Haut verbrannt, bei einem Patienten sogar zwei Drittel der Körperoberfläche. Die Dauer der Intensivbehandlung betrug zwischen 15 und 68 Tage. "Von den Verbrennungen besonders betroffen waren die schwierig zu rekonstruierenden Areale von Gesicht, Händen und Dekolleté-Bereich", erläutert ein Mediziner der MHH. Zwei Patientinnen im Alter von 14 und 20 Jahren, die an der Unfallursache vollkommen unbeteiligt waren, starben an ihren Verletzungen.

Gefahrloses Braten und Brutzeln fängt mit dem richtigen Grill an. Sicherheitsgeprüfte Geräte tragen die Nummer DIN EN 1860 früher DIN 66077. Sie zeigt, dass der Grill kippsicher steht und keine scharfen Kanten besitzt. Zudem erhitzt sich der Griff des Grillspießes bei diesen Geräten nicht.

Der Verein Paulinchen e.V. setzt sich seit 1993 für den Schutz von Kindern vor Verbrennungen und Verbrühungen ein. Er gibt folgende zehn Tipps, um Grillunfälle zu verhindern:

 

 

Paulinchen e.V. rät zu folgenden Sicherheitsmaßnahmen:

 

  1. Grill kippsicher und im Windschatten aufstellen
  2. Niemals Spiritus, Benzin, Terpentin oder ähnliches verwenden – weder zum Anzünden noch zum Nachgießen auf zu langsam brennende Holzkohle.
  3. Feste Anzündhilfen aus dem Fachhandel verwenden
  4. Den Grill niemals unbeaufsichtigt lassen
  5. Nie den Grill von Kindern bedienen oder anzünden lassen!
  6. Kinder nicht in Nähe des Grills spielen oder herumtoben lassen –  Sicherheitsabstandmindestens 2-3 m!
  7. Einen Kübel mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des  Grills  bereithalten
  8. Feuer und Glut nach dem Grillen vollständig auskühlen und auch dabei niemals unbeaufsichtigt lassen
  9. Brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen
  10. Wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verbrennungen: Die verbrannten Stellen sofort 10-15 Minuten mit Wasser (nicht kälter als 15°C) kühlen und sofort den Notarzt rufen beziehungsweise den Arzt aufsuchen.

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